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Ich hörte ihm beim Sprechen
zu.... Die lange Geschichte eines Mannes, der vom Licht befallen
ist! Ein Licht, welches für ihn, wenn es nicht vom Grunde
der Seele kommt, nirgendwo anders existieren kann! Eine Geschichte,
die sich als Fortsetzung dieses ersten Morgens der Schöpfung
sieht: „Es werde Licht und es ward Licht!“ sagt der
heilige Text: Genesis 1/3.... Eine Schöpfung, die sich unentwegt
fortsetzt, in alle Richtungen und ins Unendliche.... Betrachtet
die Natur: das Leben erzeugende Leben, die in Poesie ausbrechende
Schönheit, die Formen und Farben in vervielfältigten
Symphonien.... Es ist ein wenig von dem, was der libanesische
Maler in seinen Bildern wiedergeben wollte, in seinen Bildenrn,
einer Erscheinung voller Frische, einer tiefen Menschlichkeit
und gleichzeitig einer hohen Spiritualität.... So viel wie
möglich wiedergeben, so wenig wie möglich erraten lassen,
der ganze spirituelle und symbolische Reichtum, und die Seele
der geringeren Dinge: ein erblühender Baum, der aus dem Boden
der Gaben hervorschiesst; ein altes libanesisches Haus, das im
Grünen wie in einem Nest eingebettet ist, zurückgezogen
von den Geheimnissen von verlorenem Leben; ein durch die Jahre
und die Mühen gezeichnetes Gesicht, dessen Festigkeit der
Züge und des Blickes jedoch immer noch den herben und klaren
Willen zu leben und zu konfrontieren ausdrückt; eine riesige
ländliche Szene einer Ernte in der Entfaltung der Sommerfarben;
die ruhige Zuversicht eines fröhlichen libanesischen Dorfes,
das sich wie ein Eroberer an der steilen Flanke seines besonnten
und ergrünenden Hügels festhält; und weiter weg
die krankhafte Not einer Bevölkerung, die am Ufer des Meeres
unter einem finsteren und bedrohlichen Himmel auf ein hypothetisches
Rettungsboot wartet.... Und dann gibt es da die Heiligen-Galerie
der mystischen Gemälde: das Golgatha, das als geodätisches
Zentrum des gesamten Kosmos betrachtet wird, wo Jesus mit dem
Tode ringt im Glanze der untergehenden Sonne, welche auch die
aufgehende und strahlende Sonne ist.... Und jene Nokturnen, die
durch ein diffuses Licht durchschienen werden, ein Licht, das
ein Jenseits der Pracht ankündigt, oder das die verschleierte
aber lebendige Präsenz des Geistes übermittelt.....
in einer Welt, die oft durch zu viele als Nacht empfunden wird.
Ich hörte diesem Dichter zu, der so
aufmerksam ist auf das Werden des Lebens und des Geistes in den
Dingen und den Tatsachen und den menschlichen Leidenschaften,
aufmerksam auf die aktive und mysteriöse Präsenz Gottes
in der ausser sich bringenden Macht eines in unendliche Dimensionen
zersplitterten Kosmos, in der Zartheit und Zufriedenheit einer
sternenförmigen Blumenkrone, einer triumphierenden Pflanze,
eines geglückten menschlichen Lebens, oder einer wahrlich
bewegten und verdrehten aber trotz allem aufsteigenden Geschichte....
Von seinen Gemälden geht ein Gefühl von Eifer, Dynamik,
leidenschaftlicher Hochstimmung aus, vor diesen Mandel- und Olivenbäumen,
diesen Felsbrocken, begütert mit mächtigem Leben, erfüllt
mit ihrem strahlenden Sieg und von Sonneschein umgeben. Sie sind
eine Einladung zum Gebet, aus Freude zu existieren, aus Bewunderung
und aus Dankbarkeit und auch aus der spirituellen Bemühung
heraus, den Sinn ihrer Existenz, ihrer Schönheit und ihrer
Gaben an unsere faszinierten Augen, zu erfahren.
Und wir sprechen auch über seine Bildkunst, über seine
instrumentalen Techniken, über seine Guaschmalerei und seine
Aquarelle, über seine Leinwände, über seine Bürsten
und Pinsel, über die Farbenspiele auf der Palette und den
Gemälden, über seine Pinseleien und das Ausglätten,
über seine Erforschung des Reliefs, das er seinem Sujet geben
will, während dessen Umrisse verwischt sind, über die
formkennenden Gleichgewichte, über Farben und Farbtöne,
über seine Ablehnung gegenüber den Vortäuschungen
in der abstrakten oder zerborstenen Malerei.... Dagegen versucht
er gerne, den Symbolismus nahezulegen, den die Dinge sich untereinander
darbieten, durch das Spiel, das im Gegensatz zu den Flächen,
den Farben und den Formen steht: Dimensionen und Färbungen
der Wolken, diese höheren Mächte, oder die vielfältigen
warmen und heiteren Farbtöne des Lichtes einer allgegenwärtigen
und strahlenden Sonne.... Ja, alle geschickten Griffe, alle Geheimnisse
seiner Kunst, kennt er: er hat daraus den Gegenstand seiner glänzenden
staatlichen Doktorarbeit gemacht, und auch wenn es eine ganz andere
Sache sein mag, darüber Bescheid zu wissen und kunstvoll
darüber zu sprechen und es mit Glück anzuwenden, wird
Sie die Betrachtung seines Werkes nicht enttäuschen: denn
es ist das Werk eines Meisters!
Ja, aber in welcher Beziehung libanesisch
und nicht eher universal? Eben genau, universal: er hat lange
Zeit in Madrid, Paris und Italien gearbeitet, daneben ist er aber
in der Wahl seiner guten Motive seines Landes vollkommen libanesisch:
diese Häuser in den Bergen, diese Landschaften, diese Bäume,
diese Dörfer, diese Gesichter, der Himmel und das Meer und
das Gebirge, und diese allgegenwärtige Sonne.... Aber auch
durch die Wärme des Mitgefühls für die Lebewesen,
für die Landarbeiten, für alles, worin man die menschliche
Anwesenheit fühlt.... Und auch seine spirituelle Suche, seine
erfinderische Erhebung, sein tief religiöser Sinn und seine
mystischen Abstecher lassen uns in Verblüffung. Seine Ausdrucksweise
packt uns, seine Emotion bewegt uns, das Heilige, das er erreichen
will, verblüfft uns, sein Werk ruft uns zur Teilnahme auf.
Jean Delalande

Für weitere
Informationen betreffend den Künstler, Maler und Poeten,
Joseph Matar, mögen Sie die Französische
oder Englische Sektion besuchen.
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